Short Squeeze

Einleitung

Wie wir in unserem Index-Artikel zu Short-Selling bereits erklärt haben ist das “Shorten” eines Basiswerts der Verkauf geliehener Basiswerte (z.B. Aktien).
Shortseller müssen Basiswerte wieder zurückkaufen vom Markt, wenn sie ihre Positionen schließen. Was aber, wenn keiner seine Aktien verkaufen will, aber die Leerverkäufer aufgrund ihrer Verlustbegrenzung/ Risikomanagement Vorgaben gezwungen sind, ihre Positionen zu decken? 

Exkurs

Wie wir wissen entsteht ein Börsenkurs aufgrund von Angebot & Nachfrage.

Ist das Angebot höher als die Nachfrage, dann sinkt der Preis. 
Ist die Nachfrage höher als das Angebot, dann steigt der Preis. 

Die Aufgabe eines Marktes / Einer Börse ist es, Angebot und Nachfrage im Gleichgewicht zu halten, bzw. Käufer & Verkäufer abzufertigen zu den Preisen, zu denen sie bereit sind zu Kaufen oder Verkaufen. Dieses Abarbeiten von Kauf- & Verkaufsaufträgen kann man übrigens im Orderbuch sehen, so wie in Abbilung 1, die das Orderbuch der Baader Bank Aktie zeigt (Ticker: BWB)

Wir sehen den Geldkurs (Nachfragekurs/ Käuferseite)
“Die haben das Geld”

Wir sehen den Briefkurs (Angebotskurs/ Verkäuferseite)
“Die haben die Briefe (die Aktien)”

Erklärung

Was passiert also, wenn im Orderbuch durch die Zwangsdeckungen von Shorts nur noch Kauforders sind? Dann kommt es zu einem sogenannten Short-Squeeze. Der Kurs der Aktie wird von der Börse so lange nach oben gesetzt, bis sich auf der Gegenseite Verkäufer finden, die bereit sind ihre Aktie an die Bieter abzugeben. Es entsteht ein Nachfrageüberhang. So können Shortseller witzigerweise unendlich hohe Verluste machen. Das führt oft dazu, dass Aktien mit einer hohen “Leerverkaufsquote” oft sprunghaft, schnell & unerwartet nach oben schießen. 

Leerverkäufe sind ab einer bestimmten Positionsgröße veröffentlichungspflichtig. Im Bundesanzeiger sind Leerverkaufsquoten einsehbar. Es gibt aktive Händler, die sich aktiv nach Aktien mit hohen Leerverkaufsquoten umsehen, um auf schnelle, harte Short Squeeze Bewegungen mit aufzuspringen. 

Beispiel

Der extremste & wahrscheinlich bekannteste Short Squeeze einer Aktie ist der, den die Aktie der Volkswagen AG im Jahr 2008 vollzog. 

Die Porsche AG hatte damals bekanntgegeben ihre Anteile an Volkswagen von 35 auf 42,6% erhöht zu haben. Weitere 31,5% wurden über Optionen gesichert. Somit kam das Unternehmen auf potenziell 74.1% Anteil an Volkswagen. Weitere 20% der Aktien waren in Besitz des Landes Niedersachsen. Die Netto-Leerverkaufspositionen, vor allem durch Hedgefonds lagen zum gleichen Zeitpunkt  um etwa 12% rum. 

Somit waren am 27. Oktober 2008 nur noch 6% der verfügbaren VW-Aktien frei handelbar. Die Leerverkäufer mussten aufgrund der Übernahmespekulationen durch Porsche ihre Positionen mit hohen Buchverlusten sofort glattstellen. Aufgrund der Übernahmespekulation von Porsche wollten natürlich nur wenige Leute ihre Aktien verkaufen. 

Der Preis der VW-Stammaktie explodierte innerhalb von zwei Tagen um fast 400%! Dadurch war Volkswagen sogar kurz das Unternehmen mit der höchsten Marktkapitalisierung der Welt. 

Um die runde 1000€ Marke herum fanden sich dann wieder Verkäufer & die Aktie kehrte zu “normalen Verhältnissen” zurück. 

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