CFD

Einleitung

CFD ist die Abkürzung für die englischen Worte Contract for Difference; auf Deutsch: Differenzkontrakt. CFDs gehören zu den Derivaten. Dies sind Kontrakte, welche die Wertveränderung eines Basiswertes abbilden. Der Basiswert ist selbst an den Finanzmärkten handelbar, wobei die gängigen Beispiele Aktien, Indizes, Futures, Währungen (Forex), Rohstoffe und Zinsen sind.

CFDs sind wahrscheinlich die am häufigsten missverstandenen Finanzderivate. In der breiten Masse der Anleger gelten sie überwiegend als Teufelswerkzeug und sichere Methode zum totalen Ruin. Im Folgenden soll die Funktionsweise und der richtige Einsatz von CFDs leicht verständlich dargestellt werden. Metaphorisch betrachtet ist ein CFD mit einem scharfen Küchenmesser vergleichbar: Wer weiß wie man mit einem Küchenmesser umgeht, kann damit seine Lebensmittel schneiden, während sich der Unwissende verletzt. 

Die verbreitete Unwissenheit bezüglich CFDs führte bereits zu Regulierungen, die den Handel mit dem Derivat einschränken. Andere alternative – aus unserer Sicht riskantere – Produkte sind davon nicht betroffen. Wir wollen uns aber hier dem Thema neutral entgegenstellen gemäß dem Motto “in dubio pro reo” (lat.: Im Zweifel für den Angeklagten).

Erklärung

Ein CFD soll die Entwicklung eines Basiswerts bestmöglich abbilden. Wie üblich bei Derivaten, ist ein CFD mit einem Hebel versehen, sodass der Marktteilnehmer mehr Kapital bewegen kann, als er eigentlich besitzt. Beim Eröffnen einer Position muss der Käufer des CFDs eine Sicherheitsmargin hinterlegen. Diese Margin ist ein Bruchteil des insgesamten Werts des CFDs. 

Ein typischer Marginsatz bei CFDs auf Aktien ist 20 % (für private Händler). Beim Kauf eines CFDs auf eine Aktie, die bei 100€ notiert, müssen 20€ als Margin “hinterlegt” werden. Rückwirkend ergibt sich daraus die Höhe des Faktors, mit dem der Trader sein Kapital “hebeln” kann; in diesem Fall 5.

Gegenüber einem Direktinvestment in einen Basiswert kann der Trader mit CFDs mehr Kapital an den Märkten bewegen. Darüber hinaus kann mit CFDs sowohl von steigenden, als auch von fallenden Kursen des entsprechenden Basiswerts profitiert werden. Beim physischen Leerverkauf von Aktien fallen deutlich höhere Gebühren an (zusätzlich zur Tatsache, dass einige Aktien nicht permanent für einen physischen Leerverkauf zur Verfügung stehen).

Sinnvolle Anwendung 

Da der Hebel in beide Richtungen gleichermaßen wirkt, erhöht sich neben der Chance auch das Risiko für den Trader. Dies wird jedoch nur zu einer Problematik, wenn der Trader zu große Positionsgrößen eingeht, die für die eigene Kontogröße nicht angemessen sind oder keine Verlustbegrenzung durch Stopp-Loss-Orders erfolgt. 

Am besten handelt der Trader bezüglich seines Risiko- und Money-Managements mit CFDs genauso, wie er es auch mit physischen Aktien tun würde. Damit kann das Risiko für einen Trade identisch bleiben. Durch die Verwendung des Hebels muss aber nur eine Teilsumme des bewegten Kapitals als Margin hinterlegt werden, sodass eine höhere Anzahl an Positionen eingegangen werden kann. Dies ist ein mächtiges Werkzeug, um eine höhere Rendite zu erzielen.

Mit viel Macht geht aber auch viel Verantwortung einher! Der Trader muss sein Risikomanagement also jederzeit zu 100% planen und kontrollieren. Das bestimmt sein langfristiges Überleben an den Märkten. Dieser Aspekt beschränkt sich jedoch nicht nur auf CFDs, sondern ist analog auch auf das Handeln z.B. mit physischen Aktien übertragbar.

Der “Margin Call” bei CFDs

Wenn der Buchverlust durch einen CFD unter eine bestimmte Schwelle rutscht, so muss der Inhaber des Kontos weitere Margin nachschießen. Dies liegt daran, dass der Basiswert eines CFDs (bei einem Hebel von 5) nur 20% fallen darf, bis die, zu Beginn hinterlegte Sicherheitsmargin, “aufgebraucht” ist. Falls weitere liquide Mittel auf dem Konto verfügbar sind, entsteht in der Regel vorerst kein Problem. Ist dies nicht der Fall und man schießt kein Geld nach, schließt der Broker die Position automatisch. Der Emittent des CFDs sichert sich damit selbst ab.

Ist der Verlust des Kontos groß, so möchte der Broker die Sicherheit erhalten, dass der Kunde für seine Verluste selbst aufkommt. Die relevante Schwelle wurde dafür konservativ nach oben angepasst, seitdem die Nachschusspflicht für Privatanleger (bei deutschen Brokern) in Deutschland gesetzlich abgeschafft wurde. So kann der Trader lediglich das, auf seinem Konto verfügbare, Geld verlieren.
Achtung: Unbedingt einzeln beim Broker prüfen, ob dieser eine Nachschusspflicht hat!

Kritik an CFDs und die Gefahr

Eines der größten Probleme bei CFDs ist der OTC-Handel. Die Preisstellung wird nicht bei allen Brokern zentral kontrolliert und beaufsichtigt. So kann es bei einigen “Pommesbuden”-Brokern zu unfairen Taxierungen kommen.

Eine große Gefahr beim CFD-Handel ist außerdem die “Kurslücken”-Gefahr. Das gilt vor allem für Aktien. Die Kursstellung bei Aktien bezieht sich in der Regel auf die Hauptbörse (selten existieren andere Börsen oder nach-/vorbörslicher Handel). Somit ist die Preisstellung bei US-Aktien z.B. nur zwischen 15:30 Uhr und 22:00 Uhr CET vorhanden. Z.B. bei Quartalszahlen und unerwarteten Ereignissen kann es zu einer erhöhten Volatilität außerhalb der Kassa-Handelszeit (USA: 15:30 Uhr bis 22:00 Uhr CET) kommen.
Hält ein Trader CFDs, so muss er bis zur Eröffnung der Hauptbörse warten. Die erste Taxierung kann bereits deutlich unterhalb (Long-Trade) bzw. oberhalb (Short-Trade) des ursprünglichen Stop-Loss erfolgen, sodass ein ungeplanter Verlust entsteht.

Aus diesem Grund handeln wir selbst keine CFDs auf hochspekulative Werte (z.B. Pleitekandidaten, Pennystocks usw.), die generell eine hohe Volatilität aufweisen.

Rechte Aktionär vs. CFD-Inhaber

Aktien gehören zu den populärsten Wertpapieren und verbriefen den Anteil des Aktionärs am Eigenkapital der Gesellschaft. Die Rechte und Pflichten des Aktionärs sind im deutschen Aktiengesetz (AktG) geregelt.

Dagegen ist der Erwerber eines CFDs nicht an einem Unternehmen beteiligt, sondern lediglich Inhaber einer Forderung. Anders als der Aktionär wird der CFD-Anleger ausschließlich an der Kursentwicklung des Finanzinstrumentes beteiligt. Dies schließt die Gutschrift von Dividenden aber nicht aus, sondern lediglich das Recht auf Stimmrechte.

Risikohinweis CFD-Handel

Der Handel mit CFDs ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust Ihrer gesamten Kapitaleinlage führen. Zwischen 74% und 89 % der Kleinanlegerkonten verlieren beim Handel mit CFD Geld! Möglicherweise gibt es Kontoarten, bei denen Verluste das eingesetzte Kapital übersteigen können. Der gehebelte Handel mit CFDs ist eventuell nicht für Sie geeignet! Informieren Sie sich darum ausführlich, wie der CFD-Handel funktioniert. Sie sollten keine Gelder einsetzen, deren Verlust Sie im schlimmsten Fall nicht verkraften könnten. Stellen Sie sicher, dass Sie alle mit dem CFD-Handel verbundenen Risiken verstanden haben. Der Inhalt dieser Webseite darf NICHT als Anlageberatung missverstanden werden! Wir empfehlen, sofern notwendig, sich von unabhängiger Stelle beraten zu lassen. Alle Angaben wurden unter bestem Gewissen erstellt, sind aber stets ohne Gewähr. 

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