Japan Tobacco

TSE: 2914

Autoren dieser Analyse:

Christian Lämmle

Christian Lämmle

"Markets are never wrong, only opinions are."
- Jesse Livermore

Kurzportrait

Der japanische Konzern Japan Tobacco ist vor allem im Tabak-Sektor tätig und produziert und vermarktet weltweit bekannte Marken wie z.B. Camel. Auch der japanische Staat hält große Anteile an dem Unternehmen, welches aktuell eine Dividendenrendite von über 6 % bietet.

Aus der charttechnischen Perspektive könnte der Abwärtstrend durch eine Umkehrformation gebrochen werden, welche kurz vor der Vollendung steht. Die zuletzt bemerkenswerte Stärke der Käufer spricht ebenfalls dafür.

Die Analyse bezieht sich auf den Kenntnisstand unserer Recherche vom 31.03.2021.

WKN/ ISIN893151/ JP3726800000
BrancheTabak, Lebensmittel, Pharmazie
Peter Lynch EinordnungSlow Grower
CS Research-Rating6/10
Marktkapitalisierung3,832 Bio. JPY (30 Mrd. EUR)
Dividendenrendite6,02 %
KGV12,2
FirmensitzTokio, Japan
Gründungsjahr1949 (Vorläufer)
Mitarbeiter58.300 (31.12.2020)

1. Das Unternehmen

Vorstellung

Japan Tobacco wurde bereits 1949 gegründet und konnte, unter anderem durch diverse Übernahmen, stetig expandieren. Bekannte Tabakmarken des Konzerns sind z.B. Winston, Mild Seven und Camel. Neben diesem Kerngeschäft ist JT auch im Bereich der Lebensmittel und Pharmazie tätig. Zum 31.12.2020 waren bei dem Unternehmen 58.300 Personen beschäftigt. Der Firmensitz befindet sich in Tokio, Japan.

Die Marktkapitalisierung beträgt derzeit ca. 3,8 Bio. JPY (entspricht ca. 30 Mrd. EUR) und die Aktie ist im Nikkei 225 gelistet.

Unternehmenshistorie

Mission, Werte & Ziele

Wir werden weiterhin unsere Rolle als verantwortliches Mitglied der lokalen Gemeinschaften, in denen wir aktiv sind, erfüllen.

Masamichi Terabatake (CEO von JT Inc.), Integrated Report 2020 im Kontext der Corona-Pandemie

Werte

Japan Tobacco ist in einer moralisch umstrittenen Branche tätig, aber positioniert sich dahingehend eindeutig mit sechs Grundprinzipien:

1. Offenheit über die Risiken des Rauchens
2. Transparenz bezüglich der Produkte
3. Risikoreduzierte Produkte
4. Verhinderung von Rauchen bei Jugendlichen
5. Anpassung von Rauchern und Nichtrauchern (Umgang)

Außerdem möchte JT stets nachhaltig agieren, weshalb unter anderem die Lieferanten strenge Auflagen erfüllen müssen. Ein Aspekt davon berücksichtigt auch die Wahrung der Menschenrechte, die sich zugleich als einer von drei Hauptpunkten der Nachhaltigkeit (bei JT) wiederfinden lassen.
Insgesamt ist die Thematik der Nachhaltigkeit in drei Bereiche gegliedert, die laut JT bestmöglich gefördert werden sollen:

1. Respekt für Menschenrechte
2. Verbesserter sozialer Einfluss
3. Verbesserter ökologischer Einfluss

Geschäftsmodell

Japan Tobacco ist in einem schwierigen Geschäft unterwegs. Deswegen ist der Umgang des Managements mit den Schwierigkeiten der Branche für uns wichtig (gesundheitsschädlich, Regulierungen, immer weniger Raucher etc).

JT teilt das eigene Geschäft in drei Hauptsegmente ein:

Tabak 

Das (bisher noch mit Abstand) wichtigste Geschäft ist der Verkauf von Zigaretten und anderen Tabakprodukten. Die bekanntesten Marken, die JT besitzt sind: Winston, Mevius, Camel & LD. Die Produkte werden in ca. 130 Ländern vertrieben. Der größte Absatzmarkt ist Japan – hier hat das Unternehmen einen Marktanteil von rund 60%. 

Reduced-Risk-Products (Unterkategorie)

Sogenannte “Reduced-risk-products (RRPs)” sollen laut Japan Tobacco immer mehr gefördert werden, da sich das Tabakgeschäft nachhaltig in diese Richtung verändert. Diese Produkte haben tendenziell weniger Gesundheitsrisiken als das klassische Rauchen (wobei die wissenschaftliche Faktenlage noch nicht eindeutig ist).

Die RRPs werden in zwei Hauptkategorien unterteilt:
1. E-Zigaretten (der Tabak wird erhitzt, nicht verbrannt) und
2. E-Vapors / Vapes (Flüssigkeit wird erhitzt, die i.d.R. ebenfalls Nikotin enthält).
Aktuell werden diese Produkte in 28 Ländern vertrieben (Der Umsatz fließt bei der Umsatzverteilung in die Kategorie “Tabak, international” und “Tabak, Japan”.).

Die Entwicklung von RRPs erachten wir als äußerst wichtig für eine nachhaltig positive Entwicklung des Unternehmens. In Abb. 2 haben wir den Anteil des Gesamtumsatzes dieser Produkte dargestellt, im Vergleich zu anderen Unternehmen der Branche.

Verarbeitete Lebensmittel

Seit 1999 hat JT auch einen nicht zu vernachlässigbaren Teil des Umsatzes mit Lebensmitteln erwirtschaftet. Gesetzt wird hier auf tiefgekühlte Grundnahrungsmittel wie Nudeln und Reis, aber auch Gebäck. Außerdem wird immer wieder in die Entwicklung von neuen Gewürzmischungen investiert.  

Pharmazie

Seit 1993 investiert Japan Tobacco auch in den Pharmaziebereich. Dieses Geschäftsfeld ist aktuell noch der kleinste mit 4% Anteil am Gesamtumsatz des Unternehmens. Die Medikamente sind hauptsächlich fokussiert auf die Bereiche Stoffwechselkrankheiten, Autoimmun-/ Entzündungskrankheiten und virale Infektionen. Über die US-Tochtergesellschaft Akros Pharma Inc. werden auch Entwicklungen außerhalb von Japan betrieben. 

Geschäftsführung

Yasutake Tango

Yasutake Tango ist seit dem Jahr 2014 der Chairman of the Board bei Japan Tobacco Inc.

Tango schloss in Tokio ein Studium an der rechtswissenschaftlichen Fakultät ab und begann seine Karriere 1974 im japanischen Finanzministerium. Von 2001 bis 2006 war er als exekutiver Sekretär von dem Premierminister Jun’ichirō Koizumi tätig. Nach einer weiteren Position wurde Tango 2009 zum Administrative Vice Minister des Finanzministeriums befördert.

Die Funktion als Chairman nahm er 2014 an, nachdem er von 2010 bis 2012 bereits als Wirtschaftsprüfer für die Yomiuri Shimbun Holdings tätig war.

Außerdem ist Yasutake Tango als externer Director für die Ogaki Kyoritsu Bank, Ltd. aktiv und ist Chairman und Schulleiter der Kaisei Junior & Senior High School, einer der führenden Vorbereitungsschulen in Japan.

Eddy Pirard

Der Belgier Eddy Pirard ist der President und CEO bei JT International (internationales Tabak-Geschäft) seit dem Jahr 2017. Diese Sparte ist für den Großteil des Konzernumsatzes verantwortlich.

Nach seinem kaufmännischen Abschluss in 1985 begann er bei P&G. Im Anschluss machte er seinen MBA (Master of Business Administration) in Harvard (1991) und fing bei McKinsey & Co. an.

1996 wechselte Pirard zu der Gallaher Group Plc, welche von der JT Group übernommen wurde. Daraufhin nahm der heutige CEO die Position des President in Großbritannien und Irland ein.

Im Jahr 2014 wurde Pirard zum Vorsitzenden der Unternehmensentwicklung und war unter anderem für die weitere Expansion verantwortlich. 2017 wurde der Belgier schließlich zum President und CEO.

Zugleich ist Eddy Pirard der President von der JTI Foundation, welche benachteiligte Menschen und Opfer unterschiedlicher Art unterstützt. Bei der Universität in Liege (HEC Management School) ist Pirard Mitglied des leitenden Gremiums.

Aktionärsstruktur

Der größte und einzige nennenswerte Aktionär bei Japan Tobacco ist der japanische Staat bzw. „Minister of Finance“ mit rund 38 %.

Diese Angabe bezieht sich auf die Aktien ohne den Anteil der „eigenen Aktien“ (treasury stock). Darunter fallen die Anteile, die JT bereits zurückgekauft hat. Laut der Angabe von Marketscreener beträgt dieser Anteil 11,3%.

2. Fundamentale Ansicht

Kennzahlen

Umsatz

Entwicklung

Seit 2016 ist der Umsatz fast unverändert. Insgesamt musste im Zeitraum ein Rückgang von 2 % hingenommen werden, was hauptsächlich auf das weltweit sinkende Raucherniveau zurückzuführen ist.
Dieser Rückgang kann zu großen Teilen durch Preissteigerungen der jeweiligen Zigarettenmarken kompensiert werden. Der Ausblick des Konzerns für das laufende Jahr ist sehr konservativ herausgegeben worden. Es wird ein Umsatz von 2.080 Mrd. JPY in Aussicht gestellt. Dies entspricht einer weiteren Reduzierung von rund einem Prozent im Vergleich zu 2020. Optimistische Schätzungen gehen dagegen davon aus, dass der Umsatz bis 2023 auf 2.200 Mrd. JPY steigen kann, was ein jährliches Wachstum von 1,6 % bedeuten würde.

Geschäftsfelder

Das internationale Tabakgeschäft nimmt 62 % der Konzernumsätze ein und ist damit die mit Abstand größte Position. Das Tabakgeschäft aus Japan ist für weitere 27 % der Umsätze verantwortlich. Damit sind 89 % aller Umsätze direkt dem Tabakgeschäft zuzuordnen.

Dem Pharmaziebereich entstammen 4 % und den verarbeiteten Lebensmitteln 7 % des Konzernumsatzes. 

Regionen

Das internationale Tabakgeschäft (ohne Japan) verteilt sich auf die verschiedensten Gebiete der Welt. Süd- und Westeuropa nehmen rund 18 % der Umsätze ein. Nord- und Zentraleuropa sind weitere 22 % zuzuordnen. 24 % werden Russland und Rumänien zugeschrieben.
Dem Rest der Welt, wozu unter anderem der Iran, Taiwan oder die Türkei zählen, nimmt weitere 37 % des Umsatzes in Anspruch. Auffallend ist, dass Nordamerika nicht als separates Land aufgeführt wird. Dies macht deutlich, dass der Konzern sich ganz bewusst vom amerikanischen Markt distanziert um sich auf die anderen Märkte stärker zu fokussieren.

EBIT und Konzerngewinn

Gewinn und EBIT waren noch stärker rückläufig als der bereits beschriebene Umsatz. Von 2016 bis 2020 musste das EBIT insgesamt 21 % und der Gewinn 26 % einbüßen. Für 2021 wird jeweils nochmal ein Rückgang um 23 % von der Geschäftsführung erwartet. Dies hängt allerdings zu großen Teilen an einmaligen Aufwendungen im Zusammenhang mit Gebäudeveräußerungen und Kosten zur Stärkung der Marktposition im japanischen Wettbewerb.

Bis 2023 wird kalkuliert, dass das EBIT auf Grundlage von 2020 um 9 % wächst und der Gewinn um 11 %. Dies wären folglich 2,9 % jährliches EBIT- und 3,5 % Gewinnwachstum.  

Dividendenpolitik

Japan Tobacco hat auf dem Niveau der Ausschüttungen von 2020 eine sehr hohe Dividendenrendite von über 7 % vorzuweisen. Bezogen auf den Gewinn betrug die Ausschüttungsquote in den letzten Jahren zwischen 70 % und 90 % und ist daher recht hoch. Die Steigerungsquote der Dividende liegt bei 4 % pro Jahr seit 2016, was für die hohe Dividendenrendite eine angemessene Steigerung darstellt. 

Für 2021 wird die Dividende jedoch auf 130 JPY gekürzt. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass Japan Tobacco mit größeren Investitionen im Jahr 2021 plant und der Gewinn daher, wie oben beschrieben, rückläufig ist. Durch die Kürzung ist die Ausschüttungsquote für die Geschäftsführung noch durchaus gesund und bietet mit zukünftigen positiven Entwicklungen wieder Steigerungspotenzial.
Die Dividendenrendite sinkt somit auf rund 6 % ab.

Einordnung nach Peter Lynch

Nach den Lynch-Faktoren handelt es sich bei Japan Tobacco eindeutig um einen Slow Grower. In der Vergangenheit war überhaupt kein Wachstum vorhanden und bis 2023 sind die Wachstumsaussichten auch nur relativ gering. Die hohe und regelmäßige Dividende bestätigt diese Einordnung nochmals.

3. Chancen und Risiken

Branchenübersicht

Chancen

Sehr günstige Bewertung

Bei der Betrachtung des KGVs für 2020 wird klar ersichtlich, dass der Konzern sehr günstig bewertet ist. Dieses liegt auf Grundlage der Zahlen von 2020 gerade einmal bei 12. Zwar wird es durch den stärkeren Gewinnrückgang in 2021 nochmals zulegen und dann gegebenenfalls bei rund 15 stehen, aber selbst dieses Niveau dürfte noch als günstig angesehen werden, wenn man bedenkt, dass der Cash-Flow des Unternehmens zu großen Teilen bestehen bleibt. Mit dem prognostizierten Wachstum bis 2023 soll das KGV auf Basis des derzeitigen Aktienpreises auf ca. 11 fallen. 

Sollte das Wachstum so eintreten wie es prognostiziert wird, bestehen gute Chancen auf einen Turnaround. Zwar dürften auch dann keine starken Kurssteigerungen in kurzer Zeit erhofft werden, aber langfristig bietet das Unternehmen auf Grundlage dieser Schätzungen gute Chancen um eine ordentliche Rendite erzielen zu können.

Diversifikation vom Tabakgeschäft

Japan Tobacco versucht vermehrt die Umsätze zu diversifizieren und mehrere Segmente in den Konzernumsatz zu integrieren. Gerade im Bereich der verarbeiteten Lebensmittel erhofft sich das Management nach der Pandemie ein stärkeres Wachstum, da sich die Verhältnisse (vor allem in Japan) positiv zu entwickeln scheinen (z.B. kommt es vermehrt dazu, dass sowohl der Mann, als auch die Frau Vollzeit arbeiten und somit verarbeitete Lebensmittel eine oftmals notwendige Rolle im Alltag einnehmen). Aber auch im Bereich der Pharmazie erhofft sich der Konzern Gewinnwachstum. Dieses wird von den Vorständen durch die stark wachsende Branche und das immer stärker werdende Gesundheitsbewusstsein der weltweiten Bevölkerung begründet. 

Die Diversifikation kann durchaus sinnvoll für den Konzern sein, da das weltweite Interesse nach Tabak rückläufig ist. Zwar wird die Nachfrage nie vollends verschwinden und somit einen stetigen Cash-Flow mit sich bringen, aber ein Wachstum außerhalb der Preiserhöhungen ist äußerst unwahrscheinlich. Trotzdem muss man dazu sagen, dass derzeit noch fast alle Umsätze aus dem Bereich der Tabakprodukte stammen. 

Risiken

Staatliche Regulierungen für Tabakprodukte

Tabakprodukte unterliegen in den meisten Ländern einer Tabaksteuer und/oder der Mehrwertsteuer. Viele Regierungen erhöhen besagte Steuern regelmäßig. Vor allem die Tabaksteuer wird vermehrt angehoben. Hiermit soll das allgemeine Interesse an Tabakprodukten durch hohe Preise abgeschreckt werden und folglich das Gesundheitsniveau der jeweiligen Bevölkerung erhöht werden. 

Japan Tobacco gibt diese Steuererhöhungen grundsätzlich im Rahmen von Preiserhöhungen an die Konsumenten weiter. Dadurch wird die Gewinnmarge nur sehr geringfügig beeinflusst. Jedoch sinkt mit jeder Preiserhöhung auch die Nachfrage an den Produkten, da nicht mehr genauso viele Leute das Interesse an diesen haben, wenn sie teurer werden. Finanzielle Belastungen durch strengere Regulierungen sind somit unausweichlich.

Pandemie als zusätzliche Belastung

Die Coronapandemie belastete das Ergebnis des Konzerns wie in fast allen anderen Branchen auch. Sollte sich die Pandemie über einen längeren Zeitraum erstrecken (als bisher erwartet) ist es durchaus möglich, dass sich gewisse Konsumverhalten weltweit ändern. Beispielsweise könnten manche Raucher aus finanziellen Gründen eher Zigaretten selbst drehen als fertige Zigaretten zu kaufen. 

Gleiches gilt auch bei anderen wirtschaftlichen Rezessionen oder Depressionen. Bisher ist eine solche Veränderung noch nicht ersichtlich. Ebenfalls verlangsamt die Pandemie die geplante Expansion in andere Weltbereiche und Märkte, was auf längere Sicht dem Wachstum schadet. 

4. Charttechnische Trendeinordnung

Monatlich

Langfristig befindet sich Japan Tobacco in einem Abwärtstrend, welcher seit 2018 aktiv ist. Diese Struktur aus tieferen Hochs und Tiefs kann zugleich als Abwärtskorrektur der übergeordneten Aufwärtsbewegung von 2009 bis 2016 gesehen werden. Aktuell steht die Aktie des Tabakkonzerns kurz davor das letzte Trendhoch zu überbieten und den Abwärtstrend zu brechen.

Wöchentlich

Im Wochen-Chart ist die bereits erwähnte potenzielle untere Trendumkehr detaillierter erkennbar. Die Region um 2.200 JPY muss nachhaltig überboten werden, um eine neue Aufwärtsstruktur einzuleiten. Derzeit befindet sich der Kurs in diesem Zeitfenster eher in einer Seitwärtsphase, wobei sich das trendtechnische Bild unterhalb von 1.898 JPY deutlich eintrüben würde.

Das Chartbild lässt die Deutung einer spezifischen Bodenbildung in Form einer inversen Schulter-Kopf-Schulter-Formation zu. Die genauen Charakteristika werden im Abschnitt der “Aussicht” genauer beschrieben. Die Formation hat generell einen Hang zur Symmetrie, welche hier aber nicht vorliegt.
Dennoch kann deutlich über 2.200 JPY von einer vollendeten Bodenbildung gesprochen werden.

Täglich

Die kurzfristige Perspektive zeigt nach dem starken Abverkauf am 10. Februar 2021 (Gap) nun einen Aufwärtstrend. Unterhalb des Levels 2.061,5 JPY wird diese Aufwärtsstruktur gebrochen. Trendbestätigend ist zudem das höhere Volumen bei Aufwärtsbewegungen, als bei den Abwärtskorrekturen.

Aussicht

Sobald die Region um 2.200 JPY nachhaltig per Wochenschlusskurs überboten wird, kann die untere Trendumkehr als vollendet angesehen werden. Es handelt sich in diesem Fall um die bereits erwähnte inverse Schulter-Kopf-Schulter-Formation, auch wenn die Symmetrie in der Struktur nicht wirklich vorhanden ist.

Eine iSKS beginnt mit zwei aufeinanderfolgenden tieferen Tiefs. Die dann angeschlossene Korrektur läuft verhältnismäßig weit und kann als Verkäuferschwäche bzw. Käuferstärke gedeutet werden. Manchmal reicht diese sogar bis an das letzte Trendhoch heran oder leicht darüber hinaus.

Das Kursziel der Formation liegt in diesem Fall bei ca. 2.590 JPY. Dies ist allerdings nur als Mindestkursziel zu verstehen, da die Trendumkehr eine langfristige Wende für den Trend bedeuten könnte.

5. Fazit

Japan Tobacco ist ein Konzern mit einem sehr starken und recht planbaren Cash-Flow. Zwar sind die Kennzahlen bis einschließlich 2021 rückläufig, aber dennoch wird bis 2023 ein moderates Wachstum erwartet. Dies macht die Aktie für einen Investor mit Fokus auf die Dividendenausschüttung äußerst interessant. 

Im CS Research-Rating für Slow Grower fehlen hauptsächlich die Punkte für das vergangene Wachstum und die Eigenkapitalrendite. Die restlichen Anforderungen konnte der Konzern erfüllen, wobei wir beim zukünftigen jährlichen EBIT-Wachstum auf 3 % aufgerundet haben (Wachstum pro Jahr lt. Prognosen „nur“ 2,9 %). 

Die charttechnische Perspektive deutet eine langfristige Trendumkehr bei dem Tabakkonzern an. Die wichtigste Kurszone sind aktuell die 2.200 JPY – sobald dieser Bereich nachhaltig überboten wird, ist der Abwärtstrend gebrochen und eine nachhaltige Aufwärtsbewegung könnte etabliert werden.

Live Kursdaten von Tradingview

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12 Antworten

  1. Wieder mal top und schön strukturiert. Auch das kleine Detail mit der “Lupe” die auf die unsaubere iSkS hinweist ist gut gelungen!

    +5
  2. Sehr sehr gut, finde die Aufarbeitung des Unternehmens und dessen Bewertung mal wieder top.
    Würde gerne konstruktiv Kritik üben
    -> gibt aber nix 😁👍🏻

    Top!

    +2
  3. Sehr gute Aufarbeitung. Ich denke das ich Altria und Japan Tobacco je 25€ besparen werde ( bzw. Kleine einzelkäufe) um noch breiter aufgestellt zu sein.

    +2
    1. Moin Manuel,
      sehr cool, dass wir dir bei deiner Entscheidungsfindung behilflich sein konnten. Der Tabak-Sektor ist auch für uns aktuell sehr spannend.
      LG, Jan

      +1
  4. Sehr schöne Analyse und super grafische Darstellung.Ich werde wohl meine Position im Langfristdepot, nach Vollendung der Trendumkehr auf Wochenbasis nochmal aufstocken ;-). Freue mich auf weitere Analysen 🙂

    +2
  5. Danke für die ausführliche Analyse und die gelungene charttechnische Betrachtung. Ich entshceide mich seit jeher aus moralischen Gründen dafür, die Tabakindustrie nicht als Investmentmöglichkeit wahrzunehmen. Ich finde es gut, dass Ihr unter dem Punkt “Werte” darauf eingeht. Die Analyse ist trotzdem gelungen, ich freue mich, durch die Chartanalyse immer noch einen gewissen Lerneffekt zu haben auch wenn es bei mir kein Kauf wird. Saubere Ausarbeitung. (:

    +2
    1. Servus!
      Ja, das kann ich gut nachvollziehen und es ist wohl eine ewige Diskussion zwischen den Befürwortern und den Gegnern. Das muss, wie du richtig sagst, jeder für sich selbst entscheiden – gut, dass du dabei so konsequent bist. 🙂
      Danke auch für dein Feedback; es ist schön, dass du einen Lerneffekt mitnehmen konntest.
      LG, Jan

      +1

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