Elliott-Wellen

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Einleitung

Die Elliot-Wellen Analysenmethode wird seit langem dafür benutzt, um im Kursverhalten wiederkehrende Muster und Gesetzmäßigkeiten anhand des optischen Eindrucks zu erkennen. Diese aus den Marktbewegungen resultierenden Eindrücke werden anschließend mit vordefinierten Mustern abgeglichen. Anhand des Wissens um diese Kursmuster ist es möglich, Aussagen über die zukünftige Marktentwicklung zu treffen.

Erklärung

Die wichtigste Erkenntnis unter dem die EW Analysemethode zu betrachten ist, ist der Umgang mit den eigenen Emotionen beim Agieren an den Finanzmärkten. Schließlich geht die EW Theorie in den meisten Fällen davon aus, dass Gier und Angst die Hauptantriebe für Kauf- und Verkaufsentscheidungen sind. Diese wechselseitigen Faktoren drücken die Kursbewegungen in ein nachvollziehbares Entwicklungsschema. Letztendlich ist die Summe der Aktionen und Reaktionen der Marktteilnehmer verantwortlich für die entstehende Kursbewegung.

Jeder Akteur muss sich dessen bewusst sein, dass er selber ein Teil der Emotionen ist und sich somit den Gesetzmäßigkeiten des Marktes unterwirft. Der Markt, der immer Recht hat, versucht mit unnachgiebigem Druck die Teilnehmer in dieses Verhaltensschema zu zwingen. Man muss die Kriterien für die Entstehung der Elliott-Wellen erkennen, um die eigenen Emotionen zu kontrollieren und abzubauen, damit der eigene Handelsprozess nicht gestört oder verfälscht wird. Mit der EW Methode ist es möglich sich vom Spielball der Emotionen zu lösen, auch wenn das den meisten Marktteilnehmern nicht bewusst ist. Das Elliott-Wellen-Prinzip spiegelt das psychische Verhalten der Marktteilnehmer wieder. Mit der Elliott-Wellen-Theorie kann die Marktstimmung anhand von immer wiederkehrenden Kursmustern gemessen werden. Die durch Nachrichten eingeflossenen Eindrücke auf die Marktteilnehmer werden durch das Kursverhalten in eine tatsächliche Marktmeinung reflektiert. Die Bewegungen der Märkte spiegeln den Umgang privater und institutioneller Marktteilnehmer mit Finanzinformationen wider. In Entscheidungssituationen entstehen bei Tradern und Anlegern oft Unsicherheiten, die dann systematische Fehler hervorrufen. Dieses menschliche Fehlverhalten der Marktteilnehmer verhindert den gewünschten Börsenerfolg. Es liegt in der menschlichen Natur, dass das Verlangen nach Sicherheit und Kontrolle vorhanden ist. Mit der EW- Technik besteht dadurch die Möglichkeit, dieses menschliche Fehlverhalten auszuwerten.

Menschliche Psychologie ist der Antrieb des Marktes.

Je mehr Handelsvolumen in einem Basiswert enthalten ist, desto aussagekräftiger sind die Elliott-Wellen. Die Markt-Psychologie ist der Kurstreibende Faktor von Elliotts Theorie. Sie beruht darauf, dass das zyklische Schwanken der Massenpsychologie der Marktteilnehmer zwischen Optimismus und Pessimismus nach natürlichen Gesetzmäßigkeiten und in bestimmten Mustern erfolgt. Jedes Muster lässt Aussagen über die vergangene, derzeitige und zukünftige Position eines Marktes in einem Zyklus zu. Wer sich eine Weile mit dieser Prognosemethode auseinandersetzt und nach langer Übungszeit einigermaßen beherrscht, der merkt, wie ihn die früher als so wichtig erachteten Nachrichten und Gerüchte völlig kaltlassen. Diese sog. Fundamentals sind letztlich auch wiederum nur eine Folge der massenpsychologischen Gesamtstimmung. Denken Sie an die vordergründigen, unlogischen, ständig wechselnden, fundamentalen Erklärungen! Mal waren es die Zinsen, dann der Arbeitsmarkt, mal die steigende Inflation, mal die fallende Inflation, mal das Bruttosozialprodukt, mal das Handelsbilanzdefizit, mal dies und mal das, was die Aktien, die Anleihen, die Rohstoffpreise oder die Währungen bewegt haben soll. Das große Manko bei dieser Methode: Leider bekommt man erst nach einer Kursbewegung gesagt, was diesmal der Auslöser war. Und als potentielle Gründe stehen Tausende zur Auswahl.

All diese »Fundamentaldaten«, diese »externen Marktfaktoren, sind nicht die Auslöser von Verhaltensänderungen bei den Marktteilnehmern, sondern sie sind die Folge eines bereits veränderten Verhaltens. Die Inflationsrate, als Beispiel, wird letztlich durch das Massenverhalten bestimmt, konkret in Form des Konsumverhaltens und der Neuverschuldungsbereitschaft der Wirtschaftsteilnehmer.

Die Psychologie, und nichts anderes, bestimmt jeden Markt zu jeder Zeit!

Impulsmuster

Mit Hilfe der Elliott-Wellen-Theorie lässt sich das Marktverhalten in zwei Grundmuster einteilen, in Impuls- und Korrekturmuster. Das Impulsmuster, auch Antriebsmuster genannt, kennzeichnet die bestimmende Kursbewegung. Diese Impulsbewegung ist der Ursprung eines jeden Trends. Eine Impulsbewegung komplettiert sich aus fünf Wellen, die mit Ziffern (arabisch oder römisch) beschriftet werden (siehe Abb. 1, links Wave 1-5).

An das Ende von Impulswellen wird eine Zahl gesetzt. Drei dieser Wellen nämlich, die Wellen 1, 3 und 5 bringen die übergeordnete Grundrichtung der Trendbewegung hervor und werden mit dem Begriff Bullenmarkt bezeichnet. Die Wellen 1, 3 und 5 stehen in einem Fibonacci-Verhältnis zueinander, wobei sehr oft die Welle 3 in einem Ausmaß von 1,618 % extendiert. Die Welle 3 ist also in der Regel 1,618 Mal länger als die Welle 1. Die übergeordnete Trendrichtung wird jeweils durch zwei gegenläufige Korrekturbewegungen, nämlich die Wellen 2 und 4 (siehe Abb. 1, links) dargestellt. Sie werden mit dem Begriff Bärenmarkt in Verbindung gebracht. Diese beiden Korrekturwellen alternieren zueinander, sie weisen also unterschiedliche Korrekturvarianten auf, wobei die Welle 2 niemals ein Triangle sein darf. An das Ende einer Korrekturwelle wird ein Buchstabe gesetzt. Je nachdem, um welche Art von Korrekturmuster es sich handelt, finden unterschiedliche Buchstaben Verwendung. Alle Korrekturbewegungen (Welle 2 und Welle 4 in allen möglichen Graden) setzen sich aus den drei Grundtypen Flat, Zigzag und Triangle zusammen. Das heißt, auch der Finanzmarkt kann sich nicht dem physikalischen Gesetz entziehen: “Was steigt, muss auch wieder fallen. Jede Aktion erzeugt eine Reaktion”. Kursbewegungen werden in Trendphasen und Korrekturphasen aufgeteilt. Trendphasen zeigen die Hauptrichtung der Kursentwicklung, während zwischengeschaltete Korrekturphasen sich gegen den vorliegenden Trend bewegen. Impulsmuster treten ebenso in den Unterwellen der Korrekturen auf. Im Zigzag treten Impulswellen in der Welle a und c auf. In der Flat Korrektur ist nur die Welle c fünfwellig.

Trendphasen

Trendphasen werden durch drei dominierende Wellen bestimmt. Die drei Wellen in Richtung des Trends sind Impulsbewegungen. Jede der drei Impulsbewegungen besteht in ihrer inneren Struktur aus fünf Unterwellen.

Korrekturphasen

Korrekturphasen werden durch zwei, dem Trend gegenläufige Wellen begleitet. Diese zwei Wellen sind Korrekturbewegungen, die den übergeordneten Trend kurzzeitig unterbrechen. Sie sind dem übergeordneten Trend untergeordnet. Das Korrekturmuster ist die begleitende Kursbewegung eines Impulses. Diese Korrekturbewegung beendet das vorgeschaltete, fertige, 5-wellige Impulsmuster. Eine Korrekturbewegung setzt sich aus drei Wellen zusammen. Zwei dieser Wellen, nämlich die Wellen a und c (siehe Abb. 3) weisen auf die übergeordnete Grundrichtung der Korrekturbewegung hin. Die übergeordnete Korrekturrichtung wird durch eine gegenläufige Welle b unterbrochen. Zwischengeschaltete Korrekturbewegungen unterliegen dem vorherrschenden Trend. Das Korrekturmuster ist dem Impulsmuster gleichberechtigt und orientiert sich zeitlich und preislich an dem vorausgegangenem Impulsmuster.

Trendphasen innerhalb des Korrekturmusters

Trendphasen werden durch zwei dominierende Wellen bestimmt (Zig-zag). Die zwei Wellen in Richtung des Korrekturtrends sind Impulsbewegungen. Der Korrekturtrend wird durch eine Welle b unterbrochen.

Jede der zwei Impulsbewegungen (Welle a und c) bestehen in ihrer inneren Struktur aus drei bzw. fünf Unterwellen. Die Welle b weist eine dreiwellige Struktur auf.

Das Basismuster

Die numerischen Elemente (1-2-3-4-5) geben dabei die maßgeblich entscheidende Trendrichtung an. Sie werden als Antriebs- oder Impulswelle bezeichnet. Die alphabetischen Elemente (a-b-c) zeigen die gegensätzliche, sekundäre Korrekturwelle. Dieses Fraktal entsteht in kurz- und langfristigen Zeiträumen sowie in Aufwärts- und in Abwärtsbewegungen. Die vorherrschende Form der Marktentwicklung wird durch drei ständig wiederkehrende Aspekte innerhalb der numerischen Fünfwellen-Formation bestimmt.

Aus den beiden vorher beschriebenen Mustern (Impulsmuster und Korrekturmuster) entsteht das Basismuster. Eine fünfteilige Impulsbewegung, gefolgt von einer dreiteiligen Korrekturbewegung, schließt ein komplettes Basismuster (Marktzyklus) ab. Diese Basismuster treten auf Minutenebene, Stunden-, Tages-, Wochen-, Monats- bis hin zur Jahresebene ständig und immer wiederkehrend auf. Aus einer psychologisch angetriebenen Marktbewegung resultiert nach dem Grundprinzip der Elliott-Wellen-Technik ein Muster (Fraktal), welches aus acht Elementen besteht. Diese acht Elemente unterteilen sich in eine fünfteilige Impulsbewegung (1-2-3-4-5) und in eine dreiteilige Korrekturbewegung (a-b-c).

Richtlinien – Trendbewegungen

  1. Eine Impulswelle besteht aus fünf Wellen.
  2. Auf einen 5-welligen Impuls folgt eine 3-wellige Korrektur
  3. Die Welle 2 ist sehr oft steil und wird durch ein Zigzag, Double- oder

Triple-Zigzag ausgebildet.

  1. Die Korrekturwellen 2 und 4 sollten die entsprechenden Impulswellen zu mindestens 23,6 % korrigieren.
  2. Häufig korrigiert die Welle 2 die Welle 1 etwa zu 38,2 %, 50,0 % oder 61,8 %.
  3. Die Welle 3 dehnt sich häufig zu 161,8 % oder 261,8 % aus.
  4. In Aktienmärkten dehnt sich sehr häufig die Welle 3 aus. Bei den Rohstoffen (Commodities) ist eine Ausdehnung in der Welle 5 wahrscheinlicher.
  5. Die Welle 4 ist sehr selten ein Zigzag.
  6. Die Welle 4 korrigiert die Welle 3 oft zu 38,2 %.
  7. Ein Wellenschnitt der Wellen 1 und 4 kommt nur in Ausnahmefällen vor (LDT, EDT).
  8. Die Korrekturen der Wellen 2 und 4 wechseln meist zwischen steil und flach.
  9. Die Welle 2 korrigiert sehr oft bis in den Bereich der vorherigen Welle 4 (einen Wellengrad tiefer). Zu 80 % wird sogar das Ende der Welle 4 erreicht.
  10. Eine ausgedehnte Welle 5 erreicht sehr häufig das 1,618 fache vom Anfang der Welle 1 bis zum Ende der Welle 3.
  11. Entwickelt sich eine ausgedehnte Welle 3, sind die Wellen 1 und 5 normalerweise preislich und zeitlich etwa gleich lang.
  12. Eine Welle 5 weist weniger Volumen auf als die Welle 3.
  13. Die Welle 5 erreicht sehr häufig 61,8 %, 100 % oder 161,8 % der Welle 1.

Richtlinien – Impulsmuster

An dieser Stelle finden Sie eine Aufzählung der Regeln zu dem

Impulsmuster:

  1. Eine Impulswelle besteht aus fünf Wellen.
  2. Die Welle 1 muss ein Impuls oder ein Leading Diagonal Triangle (LDT) sein.
  3. Die Welle 2 muss ein korrektives Muster aufweisen, außer einem Dreieck.
  4. Die Welle 2 darf nicht mehr als 99,9 % der Welle 1 korrigieren (retracen). Das heißt, die Welle 2 darf nicht den Ursprung der Welle 1 berühren.
  5. Die Welle 3 muss ein Impuls sein.
  6. Die Welle 3 ist nie die kürzeste Welle.
  7. Die Welle 3 muss aus preislicher Sicht länger als die Welle 2 sein.
  8. Die Welle 4 muss ein korrektives Muster enthalten.
  9. Die Welle 4 darf den Preiskorridor der Welle 1 nicht überlappen. Ausnahme in einem Diagonal Triangle (EDT und LDT).
  10. Die Welle 5 muss ein Impuls oder ein Ending Diagonal Triangle sein.

11. Die versagende Welle 5 muss aus preislicher Sicht mindestens 70 % der Welle 4 betragen

Korrekturbewegungen

Das Basismuster einer Korrekturbewegung kann grundlegend in drei Arten aufgeteilt werden

Zig-Zag Korrektur 5-3-5

Eine Zig-Zag Korrektur besteht im Grundmuster aus 3 Wellen. Diese werden mit a,b,c gekennzeichnet. Die Wellen a und c bestehen dabei aus 5 Unterwellen, die mit 1-5 gekennzeichnet werden. Die Welle b besteht aus 3 Unterwellen. Welle 1 kann ein dabei in LDT beinhalten. Welle 5 kann ein EDT beinhalten.

Richtlinien

  1. Welle a muss ein Impuls oder LDT sein
  2. Welle b muss ein Korrekturmuster aufweisen
  3. Welle c muss ein Impuls oder EDT sein
  4. Welle c muss mind 70% von Welle b betragen
  5. Welle c versagt sehr selten = bullish

Richtlinien

  1. Welle b ist ein ZigZag, Flat oder Dreieck
  2. Wenn b 99% von a korrigiert endet c meist unter Welle a
  3. A meist gleich c
  4. Welle c ist max 261,8% von a

 

 

Flat Korrektur 3-3-5

Flat Korrekturen bestehen im Grundmuster aus 3 Wellen. Diese werden mit a,b,c gekennzeichnet. Die Wellen a und b bestehen dabei aus 3 Unterwellen. Die Welle c besteht aus 5 Unterwellen. Welle 5 kann dabei ein EDT sein.

Triangle 3-3-3-3-3

Ein Triangle besteht aus 5 Wellen. Diese werden mit den Buchstaben a-e gekennzeichntet. Die Einzelnen Wellen bestehn aus 3 Unterwellen. Ein Triangle weisst ein Gleichgewicht zwischen Käufern und Verkäufern auf. Triangle kommen meist in Welle 4 vor.

Richtlinien

  1. Die Begrenzungslinien eines EDT laufen zusammen
  2. Das EDT besteht aus 5 Wellen
  3. Die 5 Wellen bestehen aus je dreiteiligen Korrekturwellen
  4. Welle 1,3,5 müssen ein 1,2 oder 3fach   Zickzack sein
  5. Wellen 1,3,5 werden immer kürzer
  6. Welle 2 darf 1 nur 61,8% korrigieren
  7. Welle 4 muss 1 schneiden
  8. Welle 5 darf die Begrenzungslinie überschiessen

Spezialformen

Zwei Ausnahmen der Richtlinien von Kapitel 2 befinden sich in Leading Diagonal- und Ending Diagonal Triangle. Beide Patterns kommen eher selten vor.

Leading Diagonal Triangle (LDT)

Tritt in der Regel in Welle 1 oder A auf.

Merkmal: Welle 4 erreicht meist das Kursniveau der Welle 1

– Struktur ist 5-3-5-3-5
– eine Keilform oder ein Channel innerhalb von zwei konvergierende oder parallenen Linien
– Welle 4 erreicht meist das Kursniveau der Welle 1

Ending Diagonal Triangle (EDT)

Dieses Abschlussmuster zeigt sich in der fünften Wellenposition von Impulswellen und in der Wellen-C-Position von A-B-C-Formationen. 

auf. Die innere Struktur weist ein 3-3-3-3-3 Muster auf. Auf EDT’s folgen meist sehr starke Bewegungen gegen die Trendrichtung.

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